
Erzdiözese Wien startet Seligsprechungsverfahren für P. Titus Helde
Die Erzdiözese Wien hat erste Schritte für ein Seligsprechungsverfahren des Salvatorianers P. Titus Helde eingeleitet. Der Ordensmann kam am 22. April 1945 in Mistelbach ums Leben, als er sich vor mehrere Frauen stellte, um sie vor Gewalt zu schützen. Bereits kurz nach seinem Tod wurde er als Märtyrer verehrt. Zum Postulator des Verfahrens wurde Martin Kolozs ernannt. Er ist damit beauftragt, sämtliche relevanten Informationen über Leben, Wirken und Tod von P. Helde zu sammeln sowie noch lebende Zeitzeugen zu befragen, wie die Erzdiözese Wien auf ihrer Website mitteilt.
Auch die Erzdiözese Freiburg, aus der Helde stammt, unterstützt das Vorhaben. Erzbischof Stephan Burger erklärte in einer Stellungnahme vom 11. März, er begrüße es, „dass das Interesse am Leben und Wirken von P. Titus Helde SDS in der Erzdiözese Wien weiterhin lebendig ist und nun in Überlegungen der Salvatorianer mündet, ob ein Seligsprechungsverfahren in dieser Sache eingeleitet werden sollte“.
Zustimmung zum Ansuchen am 9. Februar
P. Titus Helde starb 1945 in Mistelbach in Niederösterreich, als er sich schützend vor Frauen stellte, um sie vor sexuellen Übergriffen durch Soldaten zu bewahren. Seither wird der 1905 in Radolfzell am Bodensee geborene Ordenspriester als Märtyrer in Erinnerung gehalten. Ende des vergangenen Jahres hatte der österreichische Provinzial der Salvatorianer, P. Márton Gál, bei der Erzdiözese Wien die Eröffnung eines Seligsprechungsverfahrens beantragt. Nach einstimmiger Zustimmung des Bischofsrates gab Erzbischof Josef Grünwidl diesem Ansuchen am 9. Februar statt.
P. Titus (Josef) Helde wurde am 5. Mai 1905 in Radolfzell am Bodensee geboren. Zunächst arbeitete er als Bankangestellter, bevor er 1926 in Steinfeld der salvatorianischen Ordensgemeinschaft beitrat. Die Priesterweihe empfing er am 29. Juni 1938. Während seiner Ausbildungszeit war er unter anderem in Lochau, Heinzendorf, Passau, Hamberg, Graz, Wien und Mistelbach tätig.
Im Zusammenhang mit der NS-Diktatur von 1938 bis 1945 sowie der Gewalt in der unmittelbaren Nachkriegszeit, insbesondere durch sowjetische Soldaten, die teils als äußerst brutal beschrieben wurden, habe sich das politische und gesellschaftliche Klima grundlegend verändert. In dieser Situation stellte sich P. Titus am 21. April 1945 schützend vor eine Gruppe von Frauen, um sie vor Übergriffen zu bewahren, und wurde dabei von einem Soldaten der Roten Armee erschossen, so die Erzdiözese Wien. Bereits kurz nach seiner Beerdigung wurde er von Gläubigen als Märtyrer bezeichnet. Es wurde intensiv um ihn getrauert, für ihn gebetet und auch zu ihm gebetet.



