Offizieller Baubeginn für das Pater-Jordan-Haus: Ein Ort der Begegnung wächst neu
Eine namhafte Gästeschar war der Einladung gefolgt, darunter Minister Peter Hauk (Baden-Württemberg), der Generalvikar der Erzdiözese Freiburg, Christoph Neubrand, Abgeordnete aus Bund und Land, Vertreter der Kommunalpolitik, weitere Kirchenvertreter sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger. Hausherr P. Piet Cuijpers, Ordensoberer der Salvatorianer, begrüßte die rund 100 Anwesenden herzlich und machte gleich zu Beginn die besondere Bedeutung des Ortes deutlich:
„Gurtweil hat für die Salvatorianer und Salvatorianerinnen, für unsere zwei Orden, ein Alleinstellungsmerkmal. Es ist der Geburtsort unseres Gründers.“
Mit einem Lächeln bezeichnete er Franziskus Maria vom Kreuze Jordan als den „ersten Seligen von Gurtweil“ und betonte: „Hier ist der Boden, auf dem alles anfing – und wir machen hier eine neue Gemeinschaft, ein neues Kloster in Europa, und zwar in Gurtweil.“
P. Piet skizzierte zudem die weltweite Präsenz des Ordens, der heute in mehr als 45 Ländern tätig ist, und ordnete das Bauprojekt in diesen größeren Zusammenhang ein.
Vom Gemeindezentrum zum Gemeinschaftszentrum
In seiner Ansprache sprach P. Piet bewusst von einer „kleinen Verschiebung“ mit großer Wirkung: Aus dem bisherigen Gemeindezentrum werde ein Gemeinschaftszentrum. „Das Pater-Jordan-Haus soll ein Treffpunkt des Lebens für das ganze Dorf werden – und darüber hinaus.“
Er unterstrich dabei die geistliche Dimension des Vorhabens: Alles, was zum Aufbau einer menschlichen Gesellschaft beitrage, sei notwendige Voraussetzung dafür, dass auch eine göttliche Gemeinschaft wachsen könne.
In seinem Grußwort würdigte Peter Hauk, baden-württembergischer Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, das Dorfgemeinschaftshaus als eine „besondere Begegnungsstätte“ mit großer Bedeutung für das gesellschaftliche Leben vor Ort.
Auch in den weiteren Ansprachen – unter anderem von Generalvikar Christoph Neubrand vom Erzbistum Freiburg, von Oberbürgermeister Martin Gruner sowie den anwesenden Abgeordneten – wurde das geplante Gemeinschaftszentrum als wegweisendes und beispielhaftes Projekt hervorgehoben.
Starkes bürgerschaftliches Engagement
Dieter Hauser, Vorsitzender des Fördervereins „Gemeinschaftszentrum Pater-Jordan-Haus e.V.“, stellte die vielfältigen Aktivitäten der 188 Vereinsmitglieder vor. Der Förderverein möchte 150.000 Euro zur Sanierung beitragen; durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsoren sind bereits zwei Drittel dieser Summe gesichert – ein beeindruckendes Zeichen lebendiger Mitverantwortung vor Ort.
Segen und symbolischer Baubeginn
Die Segnung der Baustelle übernahm Pater Piet selbst. Dabei zitierte er Psalm 127: „Wenn nicht der Herr das Haus baut, mühen sich umsonst, die daran bauen.“
Statt eines klassischen Spatenstichs setzte ein symbolischer Akt den Schlusspunkt des Festaktes: Ein von bunten Ballons getragener Werbebanner mit der Aufschrift „Gemeinsam geht’s“ erhob sich langsam zur Decke – begleitet von anhaltendem Beifall der Gäste.
Die Details des Sanierungsprojekts
Das Gebäude
Das Pater-Jordan-Haus wurde zwischen 1973 und 1975 von der örtlichen katholischen Pfarrei als dreiteiliges Gemeindehaus errichtet. Der Orden der Salvatorianer hat sich dem Erhalt dieses Ensembles verpflichtet, das den Namen unseres Gründers trägt.
Die künftige Nutzung
Die künftige Nutzung ist zweigeteilt: Seit 2024 baut der Orden das ehemalige Hausmeisterhaus mit einem Erweiterungsbau zu einem kleinen Kloster aus. Die Einweihung ist für den 14. Juni 2026 geplant.
Das eigentliche Pater-Jordan-Haus wird nach umfassender Sanierung als Gemeinschaftszentrum der Öffentlichkeit zugänglich sein. Die Bauzeit beträgt rund zwei Jahre. Künftig soll das Haus der Kirchengemeinde, der gesamten Dorfgemeinschaft und darüber hinaus als Treffpunkt und Ort der Begegnung dienen.
Möglich wird dieses Projekt durch das enge Zusammenwirken des Ordens, der Kirchengemeinde, der Erzdiözese, der Stadt, des Landes und des Fördervereins, der sich als Plattform für bürgerschaftliches Engagement versteht.
So entsteht in Gurtweil – am Ursprungsort unseres Ordens – ein Ort, an dem Geschichte, geistliches Leben und lebendige Gemeinschaft auf neue Weise zusammenfinden.
Quelle: Südkurier Nr. 3 7 | W vom 14. Februar 2026



