Mittwoch 12. Dezember 2018
Salvatorianer in Österreich und Rumänien
  • Das ist das ewige Leben:
    Dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.

"die Salvatorianer" Nr. 1/18 mit Themenschwerpunkt Mission erschienen

 

 

Lebenselixier der Kirche

 

Die Ausgabe Nr. 1/18 von "die Salvatorianer" ist erschienen. Der Themenschwerpunkt des Magazins liegt auf der Missionsarbeit. (#dieSalvatorianerMagazin)

 

Die Kirche gibt es, weil es christliche Mission gibt. Ohne die Mission gäbe es keine Kirche, hätte kein Mensch zum christlichen Glauben gefunden, wäre Jesus Christus unbekannt. Für die Ausgabe 1/18 von "die Salvatorianer" schreibt der Steyler Missionar P. Franz Helm, Generalsekretär der Superiorenkonferenz der männlichen Orden Österreichs und Lehrbeauftrager für Missionstheologie an der Universität Wien, einen Gastbeitrag.

 

Robert Sonnleitner

 

 

 Die Ausgabe 1/18 die Salvatorianer als PDF zum Downloaden

 

Geschichtlich ist also festzuhalten, dass christliche Mission die Voraussetzung dafür war, dass sich das Christentum ausgebreitet hat und schließlich weltweit geworden ist, die größte Religion. Mission ist ohne Zweifel das Lebenselixier der Kirche. Und es braucht sie auch heute, damit Menschen zum Glauben finden. Allerdings gilt auch: Christliche Mission ist nicht zuerst menschliche Tat und Leistung. Sie ist zuerst und vor allem Initiative und Tat Gottes, „Missio Dei“ – so der lateinische Fachbegriff der Missionstheologie. Prägnant bringt diesen Sachverhalt das 2. Vatikanische Konzil im Missionsdekret „Ad Gentes“ auf den Punkt, wo es in der Nr. 2 heißt: „Die pilgernde Kirche ist ihrem Wesen nach ‚missionarisch’ (d. h. als Gesandte unterwegs), da sie selbst ihren Ursprung aus der Sendung des Sohnes und der Sendung des Heiligen Geistes herleitet gemäß dem Plan Gottes, des Vaters.“ Der Ursprung der Mission liegt also in Gott selbst, und zwar in der Sendung des Sohnes und des Hl. Geistes, gemäß dem Plan des Vaters.

 

SEIN Geist weht

Hingefunden zu dieser Sichtweise hat man erst im 20. Jahrhundert, unter dem Eindruck der kommunistischen Revolutionen in Russland und China. Diese geschichtlichen Ereignisse schränkten die Möglichkeiten für die christliche Mission radikal ein. Missionare wurden des Landes verwiesen oder inhaftiert, die Kirche verboten. Wie sollten die Menschen in diesen Ländern unter diesen Umständen je von Jesus Christus hören und in ihm das Heil finden können? Angesichts dieser Frage setzte sich die Erkenntnis durch, dass Gott schon Wege dafür finden würde. SEIN Geist weht, wo ER will. Auch wenn wir Menschen versagen, wird ER Wege finden, SEIN Heil zu wirken.

 

Menschenwürde, Gerechtigkeit und Friede

Es braucht eine besondere, stete Aufmerksamkeit dafür, wie Gott sein Heil wirkt in der Welt. Es gilt – wieder in der Sprache des Konzils – die „Zeichen der Zeit“ zu lesen. Um wesentlich missionarisch zu sein, ist die Kirche angehalten, sich da zu engagieren, wo im Sinne Jesu Welt verändert wird hin zu einem Mehr an Menschenwürde, Gerechtigkeit und Friede. Im Anteilnehmen daran wird die Kirche missionarisch und sie hat Teil an der Sendung Gottes. Für das Nachdenken darüber, was christliche Mission ist und wie „missionarische Kirche“ heute aussehen könnte, kann auch ein Blick in die Geschichte hilfreich sein. Zwei nordamerikanische Missionswissenschaftler, Steve Bevans und Roger Schröder, haben vor einigen Jahren ein recht dickes Buch mit dem Titel „Constants in Contexts. A Theology of Mission for Today“ vorgelegt, in dem sie aufzeigen, welche Ausprä- gungen der christlichen Mission es im Lauf der Geschichte schon gegeben hat. Steve und Roger sprechen von drei Grundtypen der Mission, die von den Anfängen der Kirche bis heute zu finden sind, und charakterisieren sie mit Schlüsselwörtern: Bei der ersten Form christlicher Mission steht das „Gesetz“ im Mittelpunkt, bei der zweiten geht es vor allem um „Wahrheit“. Schließlich zielt eine dritte Art von Mission vor allem auf „Erlösung“ bzw. „Befreiung“ ab. In theologischer Fachsprache wird auch gern von einer „ekklesiozentrischen“, einer „christozentrischen“ und einer „soteriozentrischen“ Schwerpunktsetzung der Mission gesprochen. Die erste Grundform ist stark beeinflusst vom römischen Recht. Als entscheidend wird die Zugehörigkeit zur Kirche durch den rechtlichen Akt der Taufe angesehen. Wenn Menschen Ja zum göttlichen Gesetz sagen und sich daran halten, finden sie zum Heil. In dieser Tradition, die auf den römischen Theologen Tertulian zurückgeht, wurden vor allem die Einpflanzung der Kirche und der Aufbau der kirchlichen Institution und Verwaltung als wichtig angesehen.

 

Für die zweite Grundform ist die Erkenntnis der Wahrheit wichtig. Durch seinen Verstand kann der Mensch zur christlichen Offenbarung hinfinden und die Heiligkeit wiederfinden, die er durch die Sünde verloren hat. Indem der Mensch sich Jesus Christus zuwendet, wird sein Leben von ihm her erleuchtet und verwandelt. In dieser Tradition, die auf den alexandrinischen Theologen Origines zurückgeht, wurde vor allem die theologische Wissenschaft und die Durchdringung der Wirklichkeit durch den menschlichen Geist betont.

 

Die dritte Grundform der Mission sucht nach Erlösung und Befreiung in der Geschichte. Inspiriert vom konkreten geschichtlichen Leben Jesu, wie es vor allem in den synoptischen Evangelien dokumentiert ist, setzt sich hier der christliche Glaube mit Unrechtssituationen und Herausforderungen der Realität auseinander und versucht, solidarisch mit den Notleidenden zu sein und mitzubauen an einer Welt nach dem Willen und Plan Gottes. Am Rand des römischen Reiches hat Irenäus von Lyon in diesem Sinn gewirkt. Und bis heute gehen in dieser Tradition Menschen an die Ränder der Welt und der Gesellschaft, um Gottes Liebe zu bezeugen. [P. Franz Helm SVD]

„An erster Stelle, wie wir unser Apostolat ausführen sollen, steht ‚exemplis‘, durch das Beispiel, weil die folgenden Punkte nichts nützen, wenn der erste nicht vorausgeht.


 

 

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