Montag 22. Januar 2018
Salvatorianer in Österreich und Rumänien
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    Dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.

Impuls zum 110. Todestag der Seligen Maria von den Aposteln, Therese von Wüllenweber

 

„Bewahren Sie Ihrer guten, geistlichen Mutter ein treues Andenken“

 

Im P. Franziskus Jordan Jahr 2018 (#pfjj18) gedenken die Salvatorianischen Gemeinschaften nicht nur den 100. Todestag ihres Gründers, sondern auch den 110. Todestag von Therese von Wüllenweber, der Gründerin der Salvatorianerinnen. Ein Gastbeitrag von Sr. Ulrike Musick SDS.

 

Das Pater-Jordan-Jubiläumsjahr 2018 wird uns noch viele Möglichkeiten bieten, seine Persönlichkeit, sein Charisma, seine Worte und Schriften auch ‚mit allen Mitteln‘ in den salvatorianischen Mittelpunkt zu stellen. Wir sollten uns dazu erinnern, dass sich in der Weihnachtsnacht 2017 der Todestag der Seligen Maria von den Aposteln zum 110. Mal jährte. Sie stand wirklich jahrelang in einem besonderen, mündlichen und schriftlichen Dialog mit dem Gründer, der auch exemplarisch in einem Sammelband zusammengestellt wurde.

 

Die Einbeziehung von Frauen in seine Gründungen war Pater Jordan von Anfang an ein Anliegen[1]. Dreimal nahm er dazu einen Anlauf. Die erste Schwesterngruppe in Johannesbrunn in Deutschland löste sich 1882 schon nach 6 Monaten auf[2]. Jordans Schwesterngründung der Katholischen Lehrgesellschaft in Rom (1883-1885) unter der Leitung von Sr. Franziska Streitel wurde in Abwesenheit von Jordan durch den Kardinalvikar Lucido M. Parocchi vom Gründer getrennt und als eigenständige Kongregation mit neuer Regel und neuem Namen weitergeführt[3].

 

Privat

 

Jahrelang hatte inzwischen Therese von Wüllenweber nach der Verwirklichung ihrer Berufung gesucht. Nach vielen Enttäuschungen gereift, las sie im April 1882 in einer kleinen Zeitungsannonce das Programm der Apostolischen Lehrgesellschaft in Rom. Sofort ersuchte sie in einem Brief um weitere Informationen und bat um Kontaktaufnahme. Johann Baptist Jordan besuchte sie am 4.7.1882 in Neuwerk und schon am 5.9. wurde sie aktives Mitglied der Apostolischen Lehrgesellschaft. Nach ihrem Besuch in Rom schrieb sie in ihr Notizbuch: “Ich habe jetzt alles, was ich mein ganzes Leben lang ersehnt habe: Rom, einen Orden, einen geist­li­chen Führer, wie ich ihn mir immer sehnlichst gewünscht habe. Jetzt komme, was will; ich bin allem unwürdig. Der heiligste Wille Gottes und niemals der Meinige. Könnte ich immer voll Demut sein“[4].

 

Doch sechs Jahre musste sie noch warten und sich in Geduld üben. Der Gründer ermutigte sie: „Der Herr macht alles gut und verlässt niemanden, der auf ihn sein Vertrauen setzt. Streben wir recht danach, mit apostolischem Geist erfüllt zu werden, apostolisch zu leiden, apostolisch zu beten, apostolisch zu wirken“[5]. Mich hat die Reihenfolge der Verben beeindruckt: leiden, beten, wirken und nicht umgekehrt: wirken, beten, leiden! Aber Pater Jordan kannte als Franziskus vom Kreuz die Kraft des Leidens und Betens.

 

In der neuen Gründung der Apostolischen Lehrgesellschaft stellten sich anfangs Männer und Frauen, Laien und Priester der weltweiten Verkündigung der Kirche zur Verfügung. Die Amtskirche griff auch in diese Gründung stark ordnend ein und Pater Jordan musste viele Veränderungen vornehmen. Von der Frauengründung stand nur Therese von Wüllenweber loyal und unerschütterlich zu Jordan, litt mit ihm in dem kirchenrechtlichen Auf und Ab, trug die Entscheidungen und Veränderungen mit und wurde so zum Fundament der neuen Schwesterngründung der ‚Katholischen Lehrgesellschaft‘ 1888 in Tivoli. Als der Gründer Therese und ihre Mitschwestern in ihr neues Kloster einführte, übergab er ihr die Regel und sagte: „Wenn Sie dieses tun, werden Sie heilig werden[6].

 

Als Generaloberin Maria von den Aposteln unterstütze sie den Gründer und zögerte nicht, als schon zwei Jahre nach der Gründung die ersten Schwestern nach Assam/Indien mitreisen sollten. Dort gab es ein Matriarchat und die Salvatorianer konnten nur über die Schwestern mit den Familien in Kontakt kommen.

 

Die Briefe von Pater Jordan und Mutter Maria „beweisen, dass sie sich in religiöser und menschlicher Hinsicht tief verbunden wussten. Das gegenseitige Vertrauen und die Achtung voreinander sind spürbar. Manchmal sind die Briefe geschäftlich, sachlich und direkt. Manchmal fließen die Worte spontan, offenbaren Freuden, Trauer, Leid und tiefe Sorge füreinander“, schreibt Sr. Miriam in der Einleitung zur Dokumentation ‚Briefwechsel‘[7].

 

Sowohl der Gründer, als auch Mutter Maria waren in ihrem Amt mit extremen gesundheitlichen Anforderungen konfrontiert. Aus eigener Erfahrung schrieb Pater Jordan deshalb besorgt an Mutter Maria: „Da ich vernommen habe, dass Sie zu wenig auf Ihre werte Gesundheit achten, so will ich ausdrücklich, dass Sie in kluger Weise dafür sorgen und lieber etwas mehr ausgeben als Schaden leiden. Mögen die heiligen Engel Sie beschützen und Sie überall durch Wort und Tat und Beispiel viel Gutes wirken“[8].

 

„Und wie ein silberner Faden läuft durch die gesamte Korrespondenz die gegenseitige Ermutigung, an den gemeinsamen Idealen und geistlichen Werten festzuhalten und immer im Herrn vorwärts zu gehen in Treue und Vertrauen“[9].

 

Die offiziellen Glückwunschbriefe zu den verschiedenen Festtagen von Mutter Maria und den Schwestern an den Gründer waren immer besonders kunstvoll gestaltet und jede Schwester unterschrieb persönlich.[10] Ein Privileg ließ sich Mutter Maria aber nicht nehmen, nämlich Pater Jordan jährlich zum Fest des Hl. Johannes des Täufers zu gratulieren. Nur sie hatte Pater Jordan noch als jungen Diözesanpriester kennen und schätzen gelernt: „Nach altem, mir trostreichen Brauch wünsche ich auch heute wieder Ehrwürdigem Vater recht innigst Glück und Segen zum hochheiligen Taufnamensfest. Ich empfahl alles diesen Morgen dem Göttlichen Heiland“[11].

 

Auch nachdem der Gründer 1915 die Generalleitung in die Hände von Pater Pankratius Pfeiffer gelegt hatte, schrieben die Schwestern treu zu jedem Festtag an Pater Jordan. Dieser bedankte sich immer und ermutigte alle in ihrer Berufung zu wachsen. Besonders nach dem Tod von Mutter Maria in der Weihnachtsnacht 1907 tröstete er die Schwestern: „Ich wünsche auch Ihnen für das neue Jahr alles, was Sie wahrhaft glücklich macht. Freuen Sie sich, dass Sie einer Familie angehören, deren Mitglieder im Süden und im Norden, Osten und Westen arbeiten und leiden, um Gott zu verherrlichen und dem Nächsten zu helfen. Bewahren Sie auch Ihrer guten geistlichen Mutter, die der Herr ins Jenseits abgerufen, ein treues Andenken“[12].

 

Foto: Glasfenster von Pater. Ivo Schaible SDS, in der Hauskapelle der Salvatorianer in Münster/D 1986-1991, seither im Eingangsbereich des Pater-Jordan-Begegnungshauses der Salvatorianerinnen in Horrem/D.



[1] Vgl. Sr. Miriam Cerletty SDS in Briefwechsel, SHS 1.2, S. VII.

[2] P. Jordan an M. Maria, Rom 2.10.1899, SHS Vol. 11, Sectio 1.2, S. 135.

[3] Vgl. Sr. Miriam Cerletty SDS in Briefwechsel, SHS 1.2, S. VII.

[4] Vgl. Glückwunschbriefe der Schwestern an P. Franziskus M. Jordan, 1889-1907, SHS 2.16/2.

[5] Brief Mutter Maria an Pater Jordan, 24.6.1899, SHS 2.16/1, S. 200.

[6] Brief Pater Jordan an die Salvatorianerinnen, 30.12.1907, SHS 1.2, S. 203-204.

[7] Studiengruppe Maria von den Aposteln, Dokumente und Zeugnisse aus dem Leben von Maria von den Aposteln, SHS 2.12/2, S. 41. Die Schreibweise aller Zitate ist dem heutigen Sprachgebrauch angepasst.

[8] Brief von Pater Jordan an Therese von Wüllenweber, Rom, 13.11.1884, DSS X, Nr. 184.

[9] Studiengruppe Maria von den Aposteln, Tagebücher Maria von den Aposteln 1875-1907, SHS 2.13, S. 53.

[10] Vgl. Sr. Ulrike Musick SDS: Die Einbeziehung der Frau in Pater Jordans Grundanliegen, in: Studiengruppe Maria von den Aposteln: Die Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft zur Zeit des Gründers P. Franziskus vom Kreuze Jordan und der Seligen Maria von den Aposteln, SHS 10/2, Rom 1997, S. 7-62.

[11] Vgl. P. Timotheus Edwein SDS, Documenta et Studia Salvatoriana XIV, (=DSS) Rom-Zug-Steinfeld 1983, S. 246, 257, 354.

[12] Vgl. P. Timotheus Edwein SDS, DSS XV.I und XV.II, Stichwort Streitel

„Da können Sie lang verbieten“

Pater Jordan über das Schlafwandeln


 

 

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