Freitag 20. Oktober 2017
Salvatorianer in Österreich und Rumänien
  • Das ist das ewige Leben:
    Dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.

Seit rund 10 Monaten lebt Timo Roujean als MaZ („Missionar auf Zeit“) im Kongo

Leben im Kongo

 

Timo Roujean hilft in Kolwezi als Freiwilliger an der St. Charles Lwanga Sekundarschule der Salvatorianer mit. Timo erlebt hautnah, warum das alltägliche Leben für die Mehrheit der kongolesischen Bevölkerung einem Überlebenskampf gleicht.

 

Präsident Joseph Kabila sollte seit Ende 2016 sein Amt übergeben haben, doch dieser weigert sich zurückzutreten. Die Menschen vor Ort leiden neben den wöchentlichen Protesten unter einer zunehmend schwierigen Ernährungslage aufgrund von Ernteausfällen, sie leiden unter der steigenden Arbeitslosigkeit sowie anderen alltäglichen Herausforderungen. In dieser Situation scheint zumindest die Kirche den Menschen Hoffnung schenken zu können. Timo Roujean lebt als MaZ mitten unter den Menschen und erlebt ihr Elend täglich mit. In seinem letzten Brief schildert er seine Eindrücke: 

 

Rückhalt in der Kirche

„Angesichts all dieser alltäglichen Strapazen, die sich nun seit Monaten zuspitzen, ist den Menschen die Anspannung und Erschöpfung wahrlich ins Gesicht geschrieben. Doch die meisten Menschen suchen Rückhalt und Stärkung in der Kirche. In Diur wird jeden Morgen Messe zelebriert, und um halb sieben sind ungefähr so viele Kirchgänger anzutreffen wie bei uns an einem gewöhnlichen Sonntag. Sonntags hingegen sollte man pünktlich zu Beginn der Messe präsent sein, wenn man nicht zu der vor der Kirche campierenden Menschenmasse gehören will, welche die Messe lediglich durch die Eingangspforte der Kirche mit zelebriert. So fühlt man sich bei manch gewöhnlicher Sonntagsmesse in Diur wie an einem Hochfest im erzkatholischen Oberschwaben.

 

 

Wenn unter den kräftigen und lebhaften Klängen des Chorus der vor Freude singenden, klatschenden und tanzenden Menge an die 30 Ministranten, vier Lektoren, zwei Messner, der Pfarrer und dessen Konzelebranten in Weihrauch gehüllt in die Kirche marschieren, schien es (zumindest für mich) unvorstellbar, dass dies an einem Hochfest noch getoppt werden könnte … Dann kam Maria Himmelfahrt, Erntedank, Allerheiligen, Weihnachten, Ostern etc. Leider reicht mein wörtliches Repertoire keineswegs aus, um die Euphorie und die Emotionen, die man inmitten eines solchen Augenblicks erlebt, geltend zu beschreiben. Wer will, kann selbst versuchen, sich einen Gottesdienst gedanklich auszumalen, bei welchen man von Kopf bis Fuß von Schweiß durchnässt und mit den Gedanken noch in anderen Sphären schwebend, aus der Kirche watschelt.

 

Finanzierung aus Kirchenfonds

 

Hier in Kolwezi besuchen nahezu drei viertel aller Schüler katholische Institute, in ärmeren Vierteln ist die medizinische Versorgung allein durch Gesundheitszentren garantiert, die ebenfalls mühselig von Missionaren erbaut und dessen Finanzierung aus europäischen Kirchenfonds geschöpft wurden. Viel zu schnell vergisst man, dass die (zwar keineswegs fehlerfreie) kirchliche Institution ein Anker für die Menschen ist. Mit diesen Worten möchte ich dazu einladen, nicht die Augen zu verschließen gegenüber all jenen über den Globus verstreuten Menschen, welche von nahezu unvorstellbarem Leid durch Katastrophen, seien sie natürlichen oder menschlichen Ursprungs, heimgesucht werden, sondern ganz im Gegenteil, die Herzen zu öffnen gegenüber dem Unbekannten und Fremden, aber auch gegenüber unseren Mitmenschen in unmittelbarer Umgebung. Denn das wahre Glück, man kann es nicht oft genug sagen, findet sich nicht im Materiellen, sondern in den zwischenmenschlichen Kontakten.

 

Wenn wir in eine Zukunft blicken wollen, in welcher Harmonie und Toleranz aller Menschen untereinander herrschen sollen – nicht die Macht des Geldes und das damit verbundene Übel – ist die Sensibilisierung darüber, dass uns keine Welten trennen sondern überwindbare Distanzen, um den Fortgang unserer Lebensgrundlage (dem fragilen und unermesslich wertvollen Ökosystem unseres Planeten Erde) zu gewährleisten, unausweichlich.“

 

INFOS

Wer mehr über das MaZ Freiwilligenprogramm wissen möchte, erhält Infos unter: http://cosamaz.org/.

 

Der Artikel wurde von "die Salvatorianer" 02/17 entnommen. Das ganze Magazin als PDF zum Download finden Sie hier.

 

„Jetzt bin ich unter Armen“


 

 

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